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Domaine Georges Lignier
Einem echten Insidertipp haben wir es zu verdanken, dass wir bei unserer zweiten Burgundreise in diesem Jahr auf der Domaine Georges Lignier vorbeischauten. Als wir nach gut zwei Stunden vom Hof in Morey Saint Denis schritten, kamen wir uns vor, als hätten wir einen noch verborgenen Schatz gehoben, denn bis dato gibt es kaum Bewertungen für diese Weine. Das wiederum stimmt nicht ganz, denn seit einigen Jahren wird Georges Lignier bei den besten Negociants als die ADRESSE für die allerbesten Trauben aus 1er Cru und Grand Cru Lagen gehandelt. Georges Lignier verkauft einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Ernte an hochkarätige Negociants, deshalb gibt es indirekt also doch Bewertungen, unter einem anderen Label, nämlich dem des Negociants. Für die 2005er bewegen sich diese sowohl bei Meadows, wie und Tanzer und Parker zwischen 94 und 97 Punkten.
Ligniers gibt es drei in Morey Saint Denis, die Domaine Georges Lignier fristete im Gegensatz zu der Domaine Hubert Lignier und der Domaine Lignier-Michelot bis vor wenigen Jahren ein echtes Schattendasein. Seit dem Eintritt von Benoît Stehly, dem Neffen von Georges Lignier, geht es hier aber qualitativ steil bergauf. Georges, der sich inzwischen um den Verkauf kümmert, lässt Benoît Stehly freie Hand. Und der hat eine exakte Vorstellung und eine fundierte Ausbildung, er hat sowohl Chemie und Oenolgioe studiert. Binnen kurzer Zeit hat er im Weinberg wichtige Neuerungen durchgesetzt, die so genannte „viticulture raisonée“ eingeführt, eine naturnahe Bewirtschaftung die auf jegliche Pestizide und Herbizide verzichtet. Er setzt auf eine aufwendige manuelle Boden- sowie Laubarbeit, deutlich reduzierte Ertrage, bei der Lese selektiert er drakonisch, einmal im Weinberg und ein zweites mal auf dem „table de trie“ im Weingut. Beinahe alle Weinberge der Domaine stammen noch unverändert aus den 20er Jahren, die Reben zählen also stolze 80 Jahre. Besonders behutsam geht Benoît Stehly deshalb bei der Vinifizierung vor, extrahiert sehr gefühlvoll, auch der Neuholzanteil ist mit ca. 25% bewusst niedrig. Es gilt die komplexe, finessenreiche und tiefgründige Aromatik, welche die alten Reben ihm schenken, herauszuarbeiten, den Charakter der jeweiligen Lage, welche sich auf die allerbesten Crus von Morey, Chambolle und Gevrey verteilen, zu bewahren. Deshalb kann man den Stil seiner Weine im besten Sinne des Wortes als „burgundisch“ bezeichnen: Wunderbar aromatisch, fast verschwenderisch im Bukett, seidenweich, sinnlich und vielschichtig am Gaumen und mit viel Energie und innerer Kraft im Abgang.











